Die Synagoge zu Gräfenhausen


zum Bild: das weiß verputzte Haus (4. v. rechts) ist die Synagoge; Aufnahme in den 20er Jahren

 

Literatur:
Die Flurnamen von Gräfenhausen, von Heinrich Egelhof, 1967
Jüdische Gemeinde Gräfenhausen, von Dr. Günther Hoch, 1984
siehe auch Synagogen Internet Archiv
http://www.synagogen.info/

Im VM Judenschule genannt. Sie war in der Langgasse 5, (heute Hauptstraße). Die Hofreite sah aus wie jedes bäuerliche Anwesen in Gräfenhausen auch. D.h. um einen Hof gruppierten sich Wohnhaus, Stallungen und Scheune, dahinter ein Garten.
Das Haus war ein zweistöckiges Fachwerkhaus. Im Erdgeschoß lag eine Wohnung, im Obergeschoß war ein Betsaal für die Versammlung am Sabbat. Zur Hofreite gehörte auch das Frauenbad, das neben dem Wohnhaus lag.
Die Hofreite befand sich schon 1699 im jüdischen Besitz. Die Textstelle im Währbuch von Gräfenhausen lautet:

Abraham der Schutzjud kauft ein Hauß samt Scheuer, geforcht dem herschaftlichen Hausplatz allda, wo das Schafhaus ufstehet, anderseits der gemeine Gaß, sodann dem Pfarrgarten, wovon 2 Albus Kastengeld gefallen. Und ist der Kauf geschehen vor und um 300 fl. an Geld, eine Kuh und 3 fl. vor ein Paar Hosen.

Die Judenschule wurde am 10.11.1938 zerstört, später das Haus abgerissen und der Platz eingeebnet. Im Volksmund bekam der Platz seinen Namen "Judenplatz". Als in den 50er und 60er Jahren das zwischen Synagoge und Kirche gelegene Pfarrhaus abgerissen und am entstandenen großen Platz die Post und später auch die Volksbank gebaut wurden, erhielt der Platz den offiziellen Namen "Postplatz". Der Platz ist als Parkplatz angelegt und wurde einige Jahre für die Kerb genutzt.

Am 10.11.1983 wurde am Postplatz ein Gedenkstein enthüllt, der an die Synagoge erinnern soll.